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"Ein Blick zurück und zehn nach vorn..."

Rückblick zur Fach- und Festveranstaltung zum 10jährigen Bestehen des Förderverein BLITZ e.V. am 8.10.2005 in Stadtroda

Bildungswerk BLITZ e.V. hat klein und ohne finanzielle Eigenmittel angefangen. Inzwischen gibt es ein Haus in Stadtroda mit Jugendcafé und Wohnungen für Jugendliche, ein ehemaliges Kinderferienlager wurde zur Jugendbildungsstätte hergerichtet, ein weiteres Haus in Stadtroda beherbergt Wohn- und Bildungsprojekte und ein alter Wasserturm in Eisenberg ist zum modernen Jugendzentrum ausgebaut worden. Alle Gebäude befinden sich im Besitz des Vereins. Wie kommt es zu solchen „BLITZ-Erfolgen“?

Im Rahmen des Jubiläums „Ein Blick zurück und zehn nach vorn – 10 Jahre Förderverein BLITZ e.V.“ hatte der Verein für diesen Tag die Fachveranstaltung „Aus dem Nähkästchen geplaudert...“ organisiert, in der es um Mittelbe­schaffung, oder besser gesagt „Fundraising“ ging. Zwei bekannte Referent/innen und wichtige UnterstützerInnen von Bildungswerk BLITZ e.V. berichteten von ihren Erfahrungen.

Dr. Marita Haibach ist Managing Director des internationalen Fundraising-Beratungsunter­nehmens Brakeley und Präsidentin der European Fundraising Association (EFA), war frühere hessische Staats­sekretärin und Landtagsabgeordnete und wesentlich am Aufbau des Deutschen Fundraisingverbands beteiligt. Sie hat mit ihren zahlreichen Veröffentlichungen das Thema Fundraising in Deutschland etabliert. An diesem Nachmittag referierte sie über „Fundraising und das Beflügeln der Freude am Spenden“.

Dr. Diethelm Damm ist Wissenschaftler und arbeitete lange für das Deutsche Jugendinstitut und begleitete zahlreiche selbstorganisierte Initiativen. Er gründete den Verein „UPJ – Unternehmen Partner der Jugend“ und regte mit seinen Veröffentlichungen viele spannende Unternehmenskooperationen an. „Strategische Wohltätigkeit - Unternehmen als neue Partner der Jugendarbeit“ war sein Thema.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Doris Voll, die lange als Geschäftsführerin bei Bildungswerk BLITZ e.V. tätig war. Heute arbeitet sie als Beraterin und Fundraiserin, ist freie Mitarbeiterin bei der Fundraising Akademie in Frankfurt/Main und organisierte gemeinsam mit der Fachhochschule Jena die ersten beiden Thüringer Fundraisingtage in Jena im März 2004 und 2005.

Die Veranstaltung war gut besucht. Besonders StudentInnen der Fachhochschule Jena als auch VertreterInnen anderer Vereine ließen sich die „prominenten“ ReferentInnen nicht entgehen und wurden mit fundierten Vorträgen belohnt. Daß dabei die Videotechnik nicht mitspielte war daher ein kaum spürbarer Makel. Einige TeilnehmerInnen blieben dann auch zur anschließenden Festveranstaltung im „Felsenkeller“ der Asplepios-Klinik Stadtroda.

Am 30.10.1995 wurde der Förderverein BLITZ e.V. in Stadtroda gegründet. Deswegen war das Motto: „Ein Blick zurück und zehn nach vorn...“ an diesem Samstag Nachmittag Programm und wurde von Moderator Gerald Perschke vom MDR Sputnik richtig in Szene gesetzt. Zur offiziellen Begrüßung sprach Detlef Poller als Vorstandmitglied des Fördervereins, sowie die Referatsleiterin vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit Frau Martina Reinhardt, die Bildungswerk BLITZ e.V. schon aus den Anfangszeiten her kennt.

Ein solches Jubiläum zeugt von Geschichte und Geschichten. So wurde „der Blick zurück“ im Erzähl-Café gemeinsam mit bekannten Gründungsmitgliedern vollzogen. Es trafen sich die Fundaiserinnen Dr. Marita Haibach und Doris Elfert, der Wissenschaftler Diethelm Damm, der Bürgermeister von Stadtroda Harald Kramer und Doris Voll, die langjährig in der Geschäftsführung des Bildungswerk BLITZ e.V. tätig war, um von ihren Erfahrungen während der Gründungsphase zu berichten. Moderiert wurde die Runde von Adrian Reinert, dem Geschäftsführer der Stiftung Mitarbeit. Zum Ende der Runde kam auch Kerstin Just zu Wort, die derzeitig die Geschäftführung tätigt und über aktuelle Situationen aufmerksam machte. Somit war der „Blick zurück“ wieder in der heutigen Realität angekommen.

Ein besonderer Moment an diesem Abend war die Vorstellung des „Preis für Zivilcourage“, der vom Förderverein zusammen mit dem Saale-Holzland-Kreis für diese Region ausgeschrieben wurde. Dieser Preis richtet(e) sich an Personen oder Personengruppen, die sich couragiert für Andere und Menschen in Not, besonders im Kampf gegen Rechtsradikalismus und Rassismus eingesetzt haben. Im Speziellen sollen junge Menschen geehrt und ihr Engagement hervor­gehoben werden. Landrat Jürgen Mascher übernahm die offizielle Ausschreibung in einer bemerkenswerten Ansprache über die Entwicklung von „Zivilcourage“ in den letzten Generationen bis heute.

Das alljährliche Benefizessen gehört mittlerweile zur guten Tradition des Fördervereins. Auch dieses Mal wurde ein Büffet zusammengestellt, das durch viele Spenden der Region angeboten werden konnte. Einige langjährige Gäste beteuerten, dass dies das beste Büffet aller bisherigen Benefizessen gewesen sei.

Nach den kulinarischen Genüssen schwang Bürger­meister Harald Kramer den Hammer. Als Stadtvater hatte er das „Auktionsrecht“ und führte mit Unterstützung von Gerald Perschke die Versteigerung zum Motto „Freizeit, Kultur und Wellness“ durch. Es konnten alle Auktionsobjekte eine/n Käufer/in finden, auch teilweise erst nach erbitterten, aber immer fröhlichen Ersteigerungskämpfen.

Zum festlichen Ausklang war ein außergewöhnliches Musikprogramm geplant: Juan Carlos Nunez Hinojosa ist kubanischer Musiker und hat mit seinen Live-Percussion-Programm einige Gäste auf die Tanzfläche gelockt. Obwohl seine Band nur aus dem „Playback“ kam, begeisterte er mit den eigenen Stücken den ganzen Saal.

Und eine perfekte Überleitung gestaltete „DJ Spice 23“ mit kubanischen Rhythmen vom Plattenteller, bevor er anschließend noch einige Hits der 70er und 80 er Jahre zum Besten gab. Die Tanzfläche füllte sich immer wieder aufs Neue, bis schließlich auch die letzten Gäste den Heimweg antraten.

 

    
 
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