Spielen, Forschen und Entdecken

Unser Waldkindergarten

Seit dem 01.06.2021 hat Stadtroda einen Waldkindergarten. Hier werden Kinder ab 2 Jahren in der Zeit von Montag – Freitag von 7-17 Uhr im Wald betreut.

Aktuell befindet sich der Waldkindergarten nicht am Waldplatz hinter der Geraer Straße 80 in Stadtroda, sondern am Ausweichquartier Dorfgemeinschaftshaus Gernewitz. 

Weitere Informationen zu den häufigsten Frage sowie das Konzept und unsere Schließzeiten finden Sie hier auf der Webseite zum Download. Bei weiteren Fragen können Sie sich jederzeit bei der Leiterin Susanne Weschenfelder unter 0176 41257582 oder waldkindergarten@bildungswerk-blitz.de melden.

 

Wir beim Kita-Preis 2023

FAQ

Wie sieht ein typischer Tagesablauf im Waldkindergarten aus?

Von ca. 7:00 bis 9:00 Uhr treffen die Kinder ein. In dieser Zeit können die Kinder schon spielen, Bücher anschauen, etwas malen, sich am Feuer wärmen oder auch frühstücken wenn sie schon Hunger haben. Jedes Kind wird von der diensthabenden Pädagogin persönlich in Empfang genommen und begrüßt. Ab 9 Uhr startet die Gruppe in den Waldtag. Wir planen mit den Kindern situationsorientiert, bedürfnisorientiert und partizipativ, wo wir uns an diesem Tag aufhalten. Bei Ausflügen in den Wald gibt es auf dem Weg verschiedene Haltepunkte in kurzen Abständen, an denen die schnelleren Kinder auf den Rest der Gruppe warten. Sobald wir an einem Waldspielplatz angekommen sind, finden sich alle Kinder und Pädagog*innen zum täglichen Morgenkreis zusammen, betrachten welche Kinder und Pädagog*innen da sind und denken an die Jenigen, die durch Krankheit oder Urlaub nicht bei uns sein können. Danach singen wir noch ein Lied, schauen ein Buch an oder hören eine Geschichte. Wenn ein Kind Geburtstag hat, wird es auf ganz besondere Weise gewürdigt. Im Anschluss waschen alle Kinder ihre Hände können frühstücken oder auch schon spielen. Die pädagogischen Fachkräfte beobachten und helfen den Kindern, die etwas basteln, bauen oder schnitzen wollen oder gehen auf Forscherfragen der Kinder ein. Situations- und Bedürfnisorientiert werden durch die pädagogischen Fachkräfte Bildungsmöglichkeiten angeboten.

Gegen 11 Uhr wird die Mittagszeit eingeläutet. Alle Kinder versammeln sich, laufen zurück und nehmen gemeinsam das Mittagessen ein. Nach dem Mittagessen machen wir uns bereit für die Mittagsruhe in den Hängematten.

Die Kinder halten bis ca. 14:00 Uhr Mittagsruhe in Form von Schlafen, Ruhen beim Lauschen einer Geschichte oder einer selbstgewählten ruhigen Beschäftigung. Danach können sich die Kinder unter Begleitung der Pädagog*innen einer Aktivität ihrer Wahl widmen (spielen, malen, basteln, etwas anschauen) bis sie abgeholt werden.

Was macht Ihr wenn´s regnet?

Erst mal: Raus gehen. Regen bietet vielfältige neue Erlebnismöglichkeiten für Kinder. Kinder, die regendichte Kleidung und Gummistiefel tragen, haben auch an Regentagen viel Freude im Wald. Es liegt natürlich in der Verantwortung der Eltern, für angemessene Regenkleidung zu sorgen. Sollten doch einmal die Regensachen durchweichen, so haben die Kinder in der Schutzunterkunft oder im Bauwagen immer eine trockene Wechselgarnitur. Im Waldrucksack sind zudem immer ein Paar frische Socken und Gefrierbeutel. Sollen die Schuhe und Socken einmal nass werden, so kann man die frischen Socken und die Gefrierbeutel über die Füßchen ziehen.

Wasserdichte Tarps überspannen den Essensplatz und die Hängemattenplätze.

Was macht ihr im Winter bei Minusgraden?

Warme Kleidung ist nun besonders wichtig. Im Waldkindergarten brennt in der kalten Jahreszeit stets ein Feuer, an dem die Kinder sich, unter Beachtung unserer Sicherheitsregeln, wärmen können. Wenn die Kinder im Wald in Bewegung sind, ist ihnen in der Regel warm. Die pädagogischen Fachkräfte haben aber auch immer in paar aufwärmende Bewegungsspiele im Repertoire. Das Mittagessen findet dann auch rund um ein wärmendes Feuer statt. Zum Mittagsschlaf in der Hängematte ziehen die Kinder nur schnell die oberste Schicht aus und schlüpfen dann in ihre, mit Schaffell und Wärmflasche ausgestattete Hängematte. Bis jetzt haben wir die Erfahrung gemacht, dass es Kindern auch im Winter den ganzen Tag draußen gut geht.

Kindeswohl ist in unserer Arbeit das aller wichtigste. Wenn wir merken, dass es einem Kind schlecht geht, weil friert, so ergreifen wir geeignete Maßnahmen. Das kann z.B. sein, dass ein Kind in die Schutzunterkunft geht und sich aufwärmt oder dass die Gruppe in der Schutzunterkunft das Mittagessen einnimmt. Das passiert jedoch sehr selten.

Sind die Kinder oft krank?

Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen hat vielfältige positive Auswirkungen auf das Immunsystem der Kinder und übrigens auch der pädagogischen Fachkräfte. Wir atmen den ganzen Tag die frische Waldluft ein. In dieser sind eine Vielzahl an Terpenen, die nachweislich unser Immunsystem stärken. Durch die Ruhe des Waldes und die Möglichkeit sich jeden Tag auszupowern sind die Kinder entspannt. Auch das trägt zu einem starken Immunsystem bei.

Außerdem können Bakterien und Viren sich an der frischen Luft nicht so gut verbreiten wie in geschlossenen Räumen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir im Waldkindergarten einen geringeren Krankenstand haben als in Regelkindergärten.

Bei welchen Wetterlagen geht ihr nicht mehr in den Wald?

Bei Wetterlagen, bei denen die Sicherheit der Kinder im Wald nicht mehr gewährleistet ist, meiden wir diesen. Das ist so bei:

  • Wind mit einer Stärke über 40km/h, Beaufort Skala Grad 6 (größere Äste können herunter fallen)
  • Starkregen ab 15L/h in einer Stunde (größere Äste können herunter fallen)
  • Gewitter (Blitze können in Bäume einschlagen)

Sollte solche ein Unwetter spontan auftreten, finden wir mit den Kindern Schutz in der waldnahen Schutzunterkunft.

Wenn abzusehen ist, dass eine Unwetterlage mehrere Tage andauert, findet der Waldkindergarten im Dorfgemeinschaftshaus Gernewitz einen sicheren Unterschlupf. 

Sind die Kinder im Wald sicher?

Im Waldkindergarten arbeiten hoch engagierte, professionelle Waldpädagoginnen mit langjähriger Erfahrung, die genau wissen wo Gefahrenquellen sind und wie man diesen vorbeugt. Die Kinder sind hier so sicher, wie sie es in einem Kindergarten nur sein können, ehrfahrungsgemäß sogar sicherer, da sie lernen Gefahrenquellen einzuschätzen und mit diesen sicher umzugehen. Ein Restrisiko besteht natürlich immer. Damit die Kinder bei uns die größtmögliche Sicherheit genießen, achten wir konsequent auf eine Vielzahl an Dingen, u.a.

  • Die Kinder müssen unsere Sicherheitsregeln konsequent einhalten
  • Wir haben die Wetterlagen und Waldbrandstufen immer im Blick
  • Bei und nach Unwetterlagen wie Sturm und Starkregen meiden wir zunächst den Wald
  • Unser Waldplatz wird zwei Mal im Jahr, sowie nach Unwettern von einer fachkundigen Firma einer Baumschau unterzogen
  • Neue Waldspielplätze und Bäume werden vor Betreten immer erst von den waldpädagogischen Fachkräften auf ihre Sicherheit geprüft
  • Wir arbeiten eng zusammen mit dem Forstamt
  • Die Kinder kommen bei uns täglich in Berührung mit den vier Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser und erlernen deren Eigenschaften und auch Gefahren. So entwickeln Sie einen sicheren Umgang mit diesen.
  • Die Kinder dürfen unter unserer Aufsicht mit Werkzeugen wie Schnitzmessern, Sägen usw. arbeiten und erlernen so einen sicheren Umgang mit diesen.

Eine der wunderbaren Auswirkungen des Waldes ist, dass er zur Entspannung beiträgt. Es ist hier ruhig und die Kinder können sich auspowern. Entspannte Kinder sind achtsam und konzentriert. Sie achten auf sich selber und aufeinander. Auch das beugt Unfällen vor.

Hospitation

In letzter Zeit bekommen wir viele Hospitationsanfragen. Darum haben wir uns intensiv Gedanken gemacht, wie wir diesen Hospitationswünschen nachkommen können, so dass es auch für uns einen Mehrwert hat. Wir sehen eine Hospitation bei uns als eine praktische Weiterbildung mit Qualitätsanspruch, in der wir Ihnen unser Wissen, unsere Zeit und unsere Begeisterung für Waldpädagogik zur Verfügung stellen. Hospitationen bieten wir immer einmal im Monat an und vereinbaren die Termine mit Ihnen individuell. Wir besprechen vorher, was das Ziel der Hospitation sein soll und in welchem Zeitrahmen diese stattfindet, je nachdem was Sie besonders interessiert. Pro Stunde berechnen wir 25€, mit einer maximalen Personenanzahl von bis zu fünf Personen. Im Rahmen unseres Qualitätsanspruches erhalten Sie im Anschluss einen Reflexionsbogen, an dessen Ergebnissen auch wir unsere Arbeit weiter entwickeln wollen.